Mutterschaftsurlaub in Deutschland: Antrag, Lebenslauf und Wiedereinstieg

9 Min. Lesezeit

In Deutschland steckt hinter dem Begriff Mutterschaftsurlaub ein Mix aus Mutterschutz, Elternzeit und finanziellen Leistungen wie dem Elterngeld. Genau da entstehen die meisten Fragezeichen: Wie lange darf ich raus? Was kommt am Ende wirklich aufs Konto, wenn das normale Gehalt wegfällt? Und wie wirkt die Auszeit später im Lebenslauf, wenn Bewerbungen anstehen?

In diesem Artikel bekommen Sie einen klaren Überblick mit den wichtigsten Fristen, praktischen Tipps zum Antrag für Mutterschaftsurlaub und einem Blick auf heikle Themen wie Kündigung im Mutterschaftsurlaub.

Was ist Mutterschaftsurlaub in Deutschland?

Wenn in Deutschland von Mutterschaftsurlaub die Rede ist, meinen viele eigentlich zwei Dinge: Mutterschutz und Elternzeit. Erst kommt der Mutterschutz mit festen Schutzfristen, danach schließen viele Frauen die Elternzeit an.

Rechtlich wird die Erziehungszeit vor allem über Elternzeit und Elterngeld geregelt. Der sogenannte Mutterschaftsurlaub ist also oft der alltagstaugliche Sammelbegriff dafür.

Praktisch können Sie sich nach der Geburt freistellen lassen. Ihr Arbeitsverhältnis bleibt bestehen, und statt eines normalen Gehalts kommt häufig Elterngeld ins Spiel. Wie lange die Auszeit dauert, können Sie in vielen Fällen flexibel planen. Insgesamt sind bis zu drei Jahre möglich.

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Mutterschutz und Elternzeit: Die wichtigsten Fristen

Die Mutterschutzfrist beginnt in der Regel 6 Wochen vor dem errechneten Termin und endet 8 Wochen nach der Geburt. Unterm Strich sind das meist 14 Wochen, in denen Sie rund um die Geburt besonders geschützt sind.

Kommt Ihr Kind früher, bleibt die Gesamtfrist trotzdem erhalten. Dann verlängert sich die Zeit nach der Geburt um genau die Tage, die vorher gefehlt haben.

Es gibt aber auch Sonderfälle. Beispielsweise gilt bei einer Frühgeburt (zum Beispiel unter 2.500 Gramm) nach der Geburt 12 Wochen Mutterschutz. Damit steigt die Gesamtdauer von 14 auf 18 Wochen. Gleiches gilt bei Mehrlingen oder wenn Ihr Kind mit Behinderung geboren wird und Sie die Verlängerung beantragen.

Übrigens dürfen Sie vor der Geburt weiterarbeiten, wenn Sie das ausdrücklich möchten. Nach der Geburt ist Arbeiten dagegen tabu, da gilt ein absolutes Beschäftigungsverbot.

Die Fristen zum Mutterschutz

  • 6 Wochen vor Geburt: Mutterschutzfrist startet

  • 8 Wochen nach Geburt: Standard-Ende der Schutzfrist

  • 12 Wochen nach Geburt: bei Frühgeburt, Mehrlingen oder Behinderung möglich

Wer hat Anspruch auf Mutterschaftsurlaub?

In der Praxis ist der Mutterschaftsurlaub flexibel und für deutlich mehr Menschen relevant, als man auf den ersten Blick meint.

Anspruch auf Elternzeit haben grundsätzlich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, egal ob Vollzeit, Teilzeit, befristet oder unbefristet. Entscheidend ist, dass Sie in einem Arbeitsverhältnis stehen und Ihr Kind selbst betreuen möchten.

Ein paar Zahlen, die Ihnen bei der Planung helfen:

  • Bis zu 36 Monate Elternzeit pro Elternteil sind möglich.

  • Ein Teil davon kann auch später liegen: bis zu 24 Monate zwischen dem 3. und 8. Geburtstag, wenn der Arbeitgeber zustimmt.

  • Auch Adoptiveltern (und in Ausnahmefällen Pflegeeltern) können Elternzeit beanspruchen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

In Deutschland gilt der Anspruch besonders klar für Mütter im Arbeitsverhältnis. Wenn Sie allerdings nicht sorgeberechtigt sind, kann eine Zustimmung des sorgeberechtigten Elternteils nötig werden.

Mutterschaftsurlaub Antrag stellen: So melden Sie die Elternzeit richtig an

Beim Antrag auf Mutterschaftsurlaub zählt am Ende weniger die perfekte Formulierung, sondern die saubere Planung. Denn in Ihrem Antrag muss stehen, wie lange Sie Elternzeit nehmen möchten. Änderungen sind später oft möglich, aber eben nur nach Absprache.

Wichtig ist die Form des Antrags. Die Anmeldung klappt nicht per Telefon, E-Mail oder Messenger. Sie müssen den Mutterschaftsurlaub schriftlich beantragen. Ein kurzer Brief reicht. Lassen Sie sich am besten bestätigen, dass die Elternzeit beantragt ist und von wann bis wann sie gilt.

Fristen für den Antrag für Mutterschaftsurlaub:

  • Ihre schriftliche Erklärung muss 7 Wochen vor Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber sein.

  • Da der Mutterschutz meist 8 Wochen nach der Geburt endet, kann es rechnerisch sogar reichen, den Antrag eine Woche nach der Geburt abzugeben, wenn die Elternzeit direkt danach startet

  • Bei einer Frühgeburt gelten oft 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt. Dann muss der Antrag spätestens 5 Wochen nach der Entbindung eingereicht werden, gleiches gilt bei Mehrlingen oder Behinderung.

  • Planen Sie Elternzeit erst nach dem 3. Geburtstag, liegt die Frist bei 13 Wochen vorher.

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Mutterschaftsurlaub Gehalt: Was kommt statt Gehalt?

Ein klassisches Gehalt läuft während der Elternzeit in der Regel nicht weiter. Trotzdem stehen Sie finanziell nicht automatisch mit leeren Händen da, denn meistens haben Sie Anspruch auf Elterngeld.

Die Höhe orientiert sich am Einkommen vor der Geburt. Sie erhalten meist 65 % Ihres bisherigen Nettoeinkommens, berechnet auf Basis der letzten 12 Monate vor der Geburt.

Das Basiselterngeld liegt dabei zwischen 300 € und 1800 € pro Monat. Beim ElterngeldPlus ist es die Hälfte, also 150 € bis 900 €.

Beispiel:

  • Bei 1800 € Netto ergeben sich 1.170 € Basiselterngeld oder 585 € ElterngeldPlus pro Monat.

Insgesamt gibt es drei Varianten:

  • Basiselterngeld: In den ersten 14 Monaten nach der Geburt sind 12 Monate möglich. Nimmt der Partner auch Elternzeit, kommen 2 Partnermonate dazu. Alleinerziehende bekommen die vollen 14 Monate.

  • ElterngeldPlus: Bis zu 28 Monate möglich, dafür monatlich nur die Hälfte. Ein Basis-Monat entspricht zwei Plus-Monaten.

  • Partnerschaftsbonus: In Kombination mit ElterngeldPlus sind zusätzliche 4 Monate drin, wenn in Teilzeit gearbeitet wird (unter bestimmten Bedingungen).

Bei Frühchen gibt es einen Extra-Puffer. Seit der Reform für Kinder (01.09.2021) können je nach Frühgeburt 1 bis 4 zusätzliche Elterngeldmonate dazukommen. Beispiel: 6 Wochen zu früh = 1 Monat, 15 Wochen zu früh = 4 Monate.

Teilzeit im Mutterschaftsurlaub

Viele möchten im Mutterschaftsurlaub nicht komplett weg sein, sondern in kleinen Portionen weiterarbeiten. Das ist möglich, aber eben nicht grenzenlos. Entscheidend ist die Wochenarbeitszeit.

Das sollten Sie im Blick behalten:

  • Sie dürfen entweder gar nicht arbeiten oder nur in Teilzeit. Die Grenze liegt bei 32 Stunden pro Woche.

  • Wenn Ihr Kind vor dem 01. September 2021 geboren wurde, gilt in diesen Fällen noch die 30-Stunden-Grenze.

  • Teilzeit während der Elternzeit sollte rechtzeitig angekündigt werden, idealerweise direkt im schriftlichen Antrag oder im Gespräch mit der Führungskraft.

  • In Kombination mit ElterngeldPlus kann der Partnerschaftsbonus noch einmal bis zu vier Monate zusätzlich bringen.

Kündigung im Mutterschaftsurlaub: Wie sicher ist Ihr Job in der Elternzeit?

Während der Elternzeit gilt ein besonderer Kündigungsschutz. Eine Kündigung im Mutterschaftsurlaub ist für Arbeitgeber nur in sehr schweren Ausnahmefällen möglich.

Kündigen im Mutterschaftsurlaub: Wenn Sie selbst gehen möchten

Manchmal passt der Job nach der Familienzeit nicht mehr. Wenn Sie das Arbeitsverhältnis zum Ende der Elternzeit beenden wollen, müssen Sie mindestens drei Monate vorher schriftlich kündigen.

Urlaub und Resturlaub: Was passiert während Mutterschutz und Elternzeit?

Die gute Nachricht ist, dass Sie während Mutterschutz und Elternzeit Ihren Urlaubsanspruch nicht verlieren. Ihre Urlaubstage laufen also ganz normal weiter.

Haben Sie noch Resturlaub aus der Zeit vor den Beschäftigungsverboten, können Sie ihn ins laufende oder ins nächste Urlaubsjahr übertragen. Und wenn direkt danach Elternzeit folgt, dürfen Sie den Rest sogar nach der Elternzeit noch nehmen.

In der Elternzeit gilt eine andere Logik. Der Arbeitgeber kann den Jahresurlaub für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um 1/12 kürzen. Das passiert nicht automatisch, sondern ist eine Option.

Den Wiedereinstieg nach dem Mutterschaftsurlaub planen

Der Wiedereinstieg wirkt oft wie ein kleiner Neustart. Man kennt den Job, aber der Alltag zu Hause hat plötzlich sein eigenes Tempo. In der Praxis steigen deshalb viele Mütter und Väter erst einmal mit weniger Wochenstunden ein, um Betreuung und Arbeit besser zu sortieren.

Spätestens gegen Ende Ihres Mutterschaftsurlaubs steht ein Wiedereinstiegsgespräch an. Dort klären Sie, ob sich Ihre Pläne geändert haben und wie die konkreten Schritte zurück in den Job aussehen.

Damit Sie im Gespräch nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden, hilft eine kurze Vorbereitung:

  • Welche Arbeitszeit ist realistisch, auch mit Kita- oder Tagespflegezeiten?

  • Möchten Sie in Teilzeit starten, sollte das rechtzeitig angekündigt sein, idealerweise bereits im schriftlichen Antrag oder im direkten Gespräch.

  • Falls die Betreuung doch nicht klappt, können Sie den Mutterschaftsurlaub unter Umständen verlängern, etwa wenn der geplante Wechsel mit dem Partner nicht möglich ist.

E-Mail-Vorlage für den Wiedereinstieg nach dem Mutterschaftsurlaub

Nach dem Mutterschaftsurlaub ist ein kurzes Lebenszeichen per E-Mail Gold wert. Sie bestätigen damit Ihr Rückkehrdatum, wirken organisiert und stoßen frühzeitig ein Gespräch an.

So könnte Ihre E-Mail aussehen:

Sehr geehrte Frau Becker,

ich hoffe, es geht Ihnen gut.

Mit dieser E-Mail bestätige ich meine Rückkehr an den Arbeitsplatz nach meiner Elternzeit. Ich plane, meine Tätigkeit ab dem 01.02.2027 wieder aufzunehmen.

Ich freue mich darauf, ins Team zurückzukehren. Gern würde ich vorab kurz mit Ihnen sprechen, damit der Übergang reibungslos läuft. Lassen Sie mich wissen, wann Ihnen in den nächsten Wochen ein Termin am besten passt.

Vielen Dank für die Unterstützung während meiner Abwesenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Mutterschaftsurlaub im Lebenslauf: So wirkt es stimmig, nicht wie eine Lücke

Am gängigsten ist es, den Mutterschaftsurlaub im Lebenslauf direkt im Abschnitt zur Berufserfahrung zu platzieren. Einfach chronologisch hinzufügen, ohne großes Tamtam. Zeitraum und Dauer reichen meistens schon.

So geben Sie Mutterschaftsurlaub im Lebenslauf an, wenn das Arbeitsverhältnis weiterlief:

Social-Media-Manager, Instamanagement GmbH, Berlin | 02/2018 bis heuteseit 04/2025 Elternzeit

Und wenn Sie in der Zeit Kurse gemacht oder nebenbei Teilzeit gearbeitet haben, dürfen Sie das ruhig ergänzen. Wichtig ist nur, dass es zur Stelle passt. Fortbildungen, Zertifikate oder neue Kenntnisse gehören dann sichtbar in den Lebenslauf.

Persönliche Daten sollten Sie im Lebenslauf jedoch nicht angeben, weil es selten hilft:

  • Familienstand

  • Details zu den Kindern

Lebenslauf Vorlage nach Mutterschaftsurlaub: So bringen Sie alles sauber auf Stand

Eine professionelle Lebenslauf Vorlage, die Sie nach dem Mutterschaftsurlaub nutzen können, nimmt Druck raus. Füllen Sie einfach eine passende Vorlage aus und laden Sie das fertige Dokument herunter.

Was in der Vorlage oft den Unterschied macht:

  • Elternzeit mit Datum eintragen, nicht als Lücke im Lebenslauf stehen lassen

  • Fortbildungen, Zertifikate und neue Kenntnisse ergänzen

  • Familienstand und Kinder-Details weglassen, das gehört nicht zwingend hinein

Nutzen Sie eine Vorlage von CVMaker als Gerüst und passen nur die Bausteine an. So bleibt der Lebenslauf übersichtlich und Ihre Stärken stehen wieder vorn.

Passend dazu sollten Sie auch ein Anschreiben für Ihren Lebenslauf erstellen, das optisch zu Ihrem Lebenslauf passt.

Checkliste für Ihren Mutterschaftsurlaub

Wenn Sie Ihren Mutterschaftsurlaub planen, fühlt sich das Thema oft wie ein Stapel Formulare an. Mit einer kleinen Checkliste bleibt der Kopf frei, und nichts rutscht durch.

  • Vereinbaren Sie ein Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und kündigen Sie die Schwangerschaft an.

  • Legen Sie fest, wie lange Sie Elternzeit nehmen möchten (zum Beispiel 12 oder 24 Monate).

  • Behalten Sie die Fristen im Blick: Elternzeit muss schriftlich und rechtzeitig angemeldet werden.

  • Sammeln Sie Unterlagen fürs Elterngeld früh, damit Sie nach der Geburt zügig einreichen können.

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FAQ zum Mutterschaftsurlaub in Deutschland

Wann beginnt der Mutterschaftsurlaub?

Viele starten direkt nach dem Mutterschutz. Elternzeit kann aber auch später beginnen, sogar bis zum 8. Geburtstag. Insgesamt sind bis zu 3 Jahre möglich, bei Bedarf in Teilen.

Wird das Gehalt während des Mutterschaftsurlaubs weitergezahlt?

Ein normales Gehalt bekommen Sie in der Elternzeit meist nicht. Stattdessen nutzen viele als Ausgleich das Elterngeld. Üblich sind etwa 65 % vom Netto, das Basiselterngeld liegt zwischen 300 € und 1800 € im Monat.

Wie viele Stunden darf ich während der Elternzeit arbeiten?

Teilzeit ist möglich, solange Sie die Grenze einhalten. Für die meisten gilt: maximal 32 Stunden pro Woche. Wenn Ihr Kind vor dem 01.09.2021 geboren wurde, sind es in diesen Fällen 30 Stunden.

Wie lange vorher muss ich den Mutterschaftsurlaub Antrag abgeben?

Die Anmeldung der Elternzeit muss schriftlich erfolgen. Die Frist beträgt in der Regel 7 Wochen vor Beginn. Planen Sie Elternzeit erst nach dem 3. Geburtstag, sind es 13 Wochen.

Kann es eine Kündigung im Mutterschaftsurlaub geben?

Während der Elternzeit haben Sie einen besonderen Kündigungsschutz. Eine Kündigung ist für Arbeitgeber nur in sehr schweren Ausnahmefällen möglich. Wenn Sie selbst zum Ende der Elternzeit kündigen möchten, muss dies mindestens 3 Monate vorher schriftlich erfolgen.

Muss Mutterschaftsurlaub im Lebenslauf stehen?

Pflicht ist es nicht. Sinnvoll ist es oft trotzdem, damit keine Lücke offen bleibt. Halten Sie es knapp, nennen Sie Zeitraum und bei Bedarf passende Weiterbildungen. Persönliche Daten wie Familienstand oder Angaben zu Kindern sollten Sie nicht preisgeben.

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