Kompetenzen und Fähigkeiten im Lebenslauf

Einen Lebenslauf zu schreiben wirkt für viele Menschen wie eine riesige Herausforderung, andere sehen darin eine lästige oder langweilige Aufgabe und seien wir ehrlich: Niemand hat Spaß daran. Jeder braucht einen und eigentlich sind sie alle gleich, oder nicht? Wenn wir einfach nur unsere Erfahrungen, Qualifikationen und Kernkompetenzen auflist, bekommen wir schnell das Gefühl, dass wir versuchen, uns selbst zu verkaufen und dabei gleichzeitig nicht ehrlich vermitteln, wer wir wirklich sind. Dinge, die uns einzigartig, interessant und zum besten Kandidaten machen, werden oft vernachlässigt.

Hard Skills und Soft Skills

Ein guter Startpunkt kann dafür eine Liste all Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen sein, aufgeteilt in "Hard Skills", also Ihre Fach- und Kernkompetenzen, und "Soft Skills", im Deutschen häufig als soziale Kompetenzen bezeichnet. Schnappen Sie sich ein Blatt Papier und teilen Sie es in zwei Spalten: Soft Skills und Hard Skills. Dies kann Ihnen einen Überblick darüber verschaffen, was Sie ausmacht, und einen gute Basis für Ihren Lebenslauf bilden. Was genau sind also Hard Skills und Soft Skills?

Wenn es darum geht, was Arbeitgeber suchen, ist es bei Hard und Soft Skills selten ein Fall von entweder-oder, sondern ein eher ein sowohl-als-auch. Hard Skills sind die Dinge, die eher aktiv gelernt wurden, durch Ausbildung oder praktische Erfahrung, und die spezifisch auf die Anforderungen der Arbeitsstelle zugeschnitten sind. Soft Skills sind eher allgemein und für fast jeden Beruf wichtig. Sie beziehen sich mehr auf die Persönlichkeit und zwischenmenschliche Beziehungen. Ein paar Beispiele gefällig?

Hard Skills sind extrem vielfältig und hängen ausschließlich von Ihrem Ausbildungs- und Beschäftigungshintergrund ab. Sie könnten Dinge wie Programmieren, Sprachen, Klempnerei, Grafikdesign, Maschinenbau, Nähen und vieles mehr umfassen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt! Denken Sie an Ihre Ausbildung und Ihre Karriere zurück. Welche Qualifikationen oder Zertifizierungen haben Sie? Welche Fähigkeiten haben Sie erlernt, um bestimmte Tätigkeiten auszuüben? Die Beantwortung dieser Fragen sollte Ihnen dabei helfen, herauszufinden, welche Hard Skills Sie mitbringen.

Soft Skills sind oft schwieriger zu vermitteln, da es unwahrscheinlich ist, dass Sie über einschlägige Qualifikationen verfügen. Sie können auch als "zwischenmenschliche Fähigkeiten" betrachtet werden - Dinge wie Teamarbeit, Einfühlungsvermögen, Führungsqualitäten, Kommunikation und Engagement. Eine Möglichkeit, Ihre Stärken in diesen Bereichen herauszufinden, besteht darin, zu überlegen, inwiefern Sie die Gruppen, in denen Sie gelernt oder gearbeitet haben, positiv beeinflusst haben, ungeachtet Ihrer fachlichen Funktion. Können Sie Ihren Kollegen gut zuhören? Fanden die Kunden Sie sympathisch? Fanden Ihre Teamkollegen es einfach, Sie anzusprechen?

Nehmen Sie jetzt wieder das Blatt Papier zur Hand und schreiben Sie in beide Spalten alles, was Ihnen in den Sinn kommt. Sie müssen in den aufgeführten Kompetenzen kein Experte sein. Sie müssen lediglich in der Lage sein, zu begründen, warum Sie dies als Fähigkeit ansehen, und wissen, welches Ihre Kernkompetenzen sind.

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Welche Fähigkeiten sollte ich in meinen Lebenslauf aufnehmen?

Tja, das ist die große Frage! Was beeindruckt einen potenziellen Arbeitgeber? Was würde eher für Augenrollen sorgen? Was können Sie sagen, wodurch Sie im Gedächtnis bleiben? Was sind gute Fähigkeiten, die ein potenzieller Mitarbeiter haben sollte?

Die konkreten Fähigkeiten für den Lebenslauf hängen natürlich von der Stelle ab, auf die Sie sich bewerben. Schauen Sie sich zunächst die Stellenbeschreibung ganz genau an und ermitteln Sie, welche Schlüsselqualifikationen explizit verlangt werden. Diesen sollten Sie in Ihrem Lebenslauf besondere Aufmerksamkeit widmen. Es kann sich lohnen, Stift und Papier zur Hand zu nehmen und die in einer Stellenbeschreibung erwähnten Kompetenzen zu markieren oder aufzulisten. Anschließend vergewissern Sie sich, dass diese in Ihrem Lebenslauf genannt werden. Aber flunkern Sie dabei nicht - wenn Sie kein Pferd reiten können, dann sollten Sie das auch nicht behaupten!  Betonen Sie jedoch die geforderten Kompetenzen, die Sie besitzen, und unterstreichen Sie Ihre Bereitschaft oder Ihren Wunsch, noch nicht vorhandene Fähigkeiten zu erlernen.

Berücksichtigen Sie neben Ihren Hard Skills und Soft Skills auch übertragbare Kompetenzen. Damit sind Fähigkeiten gemeint, die in vielen Berufen nützlich sein können: Computerkenntnisse, Terminmanagement, Schreib- und Verständnisfähigkeiten sowie grundlegende mathematische Kenntnisse sind nur einige Beispiele. Auch hier sollten Sie sorgfältig darüber nachdenken, was die Stelle erfordert: Wenn Sie sich um eine Stelle als Kindermädchen bewerben, sind Computerkenntnisse vielleicht irrelevant, aber Ihre Arbeitgeber sind möglicherweise froh zu wissen, dass Sie Ihre Zeit effizient organisieren können.

Wie kann ich meine Kompetenzen unter Beweis stellen?

Natürlich gehört zu einem gelungenen Lebenslauf mehr als das simple Auflisten all Ihrer Fähigkeiten. Sie müssen diese auch in einen Kontext einordnen, der demonstriert, wie Sie die Fähigkeit erlernt und/oder wie Sie sie eingesetzt haben. Wenn Sie z.B. zum Ausdruck bringen möchten, dass Sie Englisch sprechen, schreiben Sie, welche Qualifikation Sie haben oder wie Sie diese erworben haben, und wenn möglich, ein Beispiel, wie Sie sie beruflich einsetzen konnten (z.B. "Ich konnte mit englischsprachigen Kunden arbeiten").

Sie können verschiedene Vorlagen für Lebensläufe online finden, die Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung Ihres Lebenslaufs aufzeigen können. Einige empfehlen eine chronologische Gliederung, beginnend mit Ihren neuesten Erfahrungen. Andere wiederum empfehlen, Ihre Erfahrungen nach Relevanz für die ausgeschriebene Stelle zu strukturieren. Beide Varianten haben ihre Vorzüge, welche Sie jedoch wählen sollten, hängt ein wenig von Ihren Umständen ab. Wenn Sie bereits seit 25 Jahren in der Arbeitswelt tätig sind und über umfangreiche und vielfältige Berufserfahrungen verfügen, gibt es vielleicht einige Dinge, die Sie auslassen möchten. Wenn Sie sich für eine Stelle als Anwalt für Menschenrechte bewerben, können Sie wahrscheinlich den Sommer, den Sie in der College-Bar gearbeitet haben, auslassen (wobei - man weiß ja nie! Manche Leute sind großartig darin, Brücken zwischen Bereichen herzustellen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben). Wenn Sie andererseits ein Student sind, der gerade seinen Bachelor-Abschluss gemacht hat, haben Sie wahrscheinlich noch nicht sehr viele Erfahrungen gesammelt. In diesem Fall werden Arbeitgeber daran interessiert sein, alles zu erfahren, was Sie bisher getan haben, um sich ein Bild von Ihrer Person zu machen. Selbst wenn Sie sich für ein Nachwuchsprogramm in einer Steuerberatungsfirma bewerben, interessiert das Unternehmen vielleicht, dass Sie 2 Jahre lang für die gleiche Familie als Babysitter gearbeitet haben, einfach weil es Engagement zeigt. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, einen Lebenslauf zu gestalten, und es ist ratsam, sich Vorlagen anzuschauen, um die für Sie am besten geeignete zu finden.

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Nach welchen Kompetenzen suchen Arbeitgeber?

Wie oben erwähnt, ist es, wenn Sie sich auf eine bestimmte Stelle bewerben, unabdingbar, sich die Stellenbeschreibung sehr genau anzuschauen und zu überprüfen, welche Fähigkeiten explizit verlangt werden. Allerdings kann das manchmal gar nicht so einfach sein. Möglicherweise verschicken Sie Ihren Lebenslauf initiativ an eine Vielzahl von Unternehmen mit unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten. Vielleicht laden Sie ihn auf eine Networking-Website hoch, auf der potenzielle Arbeitgeber ihn finden können.

Wenn dies der Fall ist, überlegen Sie sich, welche Informationen über Sie selbst Sie am dringendsten kommunizieren möchten. Wenn Sie verzweifelt auf der Suche nach einer bezahlten Arbeit als Autor sind, dann sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Fähigkeiten in diesem Bereich deutlich hervortreten: Nennen Sie die Studierendenzeitung, Ihren persönlichen Blog, die Kolumne, die Sie für die Lokalzeitung in Ihrer Heimatstadtzeitung geschrieben haben und was immer sonst noch relevant ist. Falls Sie die Dinge etwas offener halten wollen, ist es vielleicht besser, Ihre Bildung und Berufserfahrung kurz aufzulisten, wobei Sie sich auf die Soft Skills und die übertragbaren Kompetenzen sowie auf Ihre Lernbereitschaft konzentrieren sollten.

Und wenn Sie jemanden in der Branche kennen, an der Sie arbeiten möchten, oder jemanden, der mit vielen Lebensläufen zu tun hat (z.B. jemand aus dem Personal- oder Verwaltungsbereich), dann kann es unglaublich nützlich sein, diese Person um Rat zu fragen. Welche Dinge fallen ihnen besonders auf? Was ist irrelevant? Interessieren sie sich mehr für Ihre Hard Skills oder Ihre Soft Skills?

Wichtige Tipps für den Abschnitt über Kompetenzen in Ihrem Lebenslauf

Es wird dringend empfohlen, Kompetenzen in den Lebenslauf aufzunehmen. Die Art und Weise, wie Sie dies tun, ist jedoch mindestens genauso wichtig. Wenn die dort aufgeführten Fähigkeiten keinen Sinn für die Bewerbung ergeben oder viel zu allgemein gehalten sind, werden sie Ihnen nicht helfen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Bitte beachten Sie die folgenden Tipps:

  • Bevor Sie am Kompetenzen-Abschnitt Ihres Lebenslaufs arbeiten, sehen Sie sich die Stellenbeschreibung auf jeden Fall ganz genau an. Stellen Sie sich selbst die Frage, welche Kompetenzen die Mindestvoraussetzungen für diese Stelle sind. Welche anderen Kompetenzen könnten für den Erfolg in dieser Rolle hilfreich sein? Was sind die wichtigsten Kompetenzen? Versuchen Sie, Ihre Kompetenzen entsprechend zu sortieren
  • Berufsspezifische Kompetenzen können als das erforderliche Minimum für Kandidaten angesehen werden. Um die erste Vorauswahl zu überstehen, muss der Kandidat über diese Kompetenzen verfügen (z.B. muss ein Fahrer in der Lage sein zu fahren, ein Programmierer muss bestimmte Programmiersprachen beherrschen und so weiter). Soft Skills sind der Bereich, in dem ein Kandidat sich hervorheben kann. Wenn Sie beispielsweise über ausgezeichnete Kommunikations- oder Kooperationsfähigkeiten verfügen, sind Sie ein besserer Kollege, mit dem es einfacher ist, zusammenzuarbeiten
  • Versuchen Sie, so spezifisch wie möglich zu sein. Statt einfach nur allgemeine Computerkenntnisse anzugeben, sollten Sie lieber erwähnen, dass Sie sich mit der Erstellung von Präsentationen, der Arbeit mit großen Microsoft Excel-Dateien oder mit HTML auskennen
  • Bereiten Sie sich darauf vor, bei Ihrem Vorstellungsgespräch Beispiele zu nennen, wenn Sie nach bestimmten Kompetenzen gefragt werden, die Sie in Ihrem Lebenslauf erwähnt haben. Jeder kann eine Qualifikation aufführen, allerdings müssen Sie die Fähigkeit auch anhand eines realen Beispiels demonstrieren können



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